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Kleine Anfrage, 13. Februar 2007

Entwicklung der Anmeldezahl an den Gesamtschulen in der Stadt Essen nach Verabschiedung des schwarz-gelben Schulgesetzes

Durch die schwarz-gelbe Landespolitik ist ein Schulgesetz auf den Weg gebracht worden, das das Gymnasium von allen anderen Schulformen abkoppelt. Das Abitur nach 12 Schuljahren ist danach nur noch am Gymnasium und nicht mehr an Gesamtschulen möglich. Auch wurde beschlossen, das 10+2-Modell durch das 9+3-Modell zu ersetzen. In der Folge endet die Sekundarstufe 1 am Gymnasium nach der Klasse 9. Das bedeutet, dass die komplette Schulzeitverkürzung zukünftig in der Sekundarstufe 1 stattfindet. Die Folge ist eine enorme Verdichtung des Unterrichts. Das Gymnasium wird de facto zur Ganztagsschule, allerdings ohne dass das Land die dafür erforderlichen Rahmenbedingungen schafft. Entsprechende Forderungen der SPD-Landtagsfraktion nach einem Ausbau des offenen Ganztags an Gymnasien werden abgelehnt. Auch werden keine Anstrengungen unternommen, die Kommunen dabei zu unterstützen, entsprechende bauliche Veränderungen an den Gymnasien vorzunehmen. Verlierer sind die Schülerinnen und Schüler, die nicht nur der ernormen Unterrichtsverdichtung ausgesetzt werden, sondern denen auch die sinnvollen Rahmenbedingungen einer Ganztagsschule verwehrt werden.

Effekt dieser verhängnisvollen Entwicklung ist, dass immer mehr Eltern ihre Kinder an der Gesamtschule anmelden. Waren die Gesamtschulen schon in der Vergangenheit nicht in der Lage, alle Schülerinnen und Schüler, die sich um einen Platz beworben haben, aufzunehmen, stellt sich diese Situation jetzt offensichtlich noch dramatischer dar.

Vor diesem Hintergrund frage ich daher die Landesregierung:

1. Wie viele Schülerinnen und Schüler haben sich an den Gesamtschulen in der Stadt Essen für das Schuljahr 2007/2008 beworben (bitte schulscharfe Darstellung)?

2. Wie viele dieser Schülerinnen und Schüler werden an den Gesamtschulen in der Stadt Essen für das Schuljahr 2007/2008 aufgenommen bzw. wie viele Schülerinnen wurden abgewiesen und mussten sich an einer anderen weiterführenden Schule bewerben (bitte schulscharfe Darstellung der aufgenommenen und abgewiesenen Schüler/innen)?

3. Wie hat sich das Verhältnis Nachfrage und tatsächliche Aufnahme an den Gesamtschulen in der Stadt Essen in den letzten drei Jahren entwickelt (bitte schulscharfe Darstellung der aufgenommenen und abgewiesenen Schüler/innen)?

4. Wie hat sich das Verhältnis Nachfrage und tatsächliche Aufnahme an den anderen weiterführenden Schulen in der Stadt Essen in den letzten drei Jahren entwickelt (bitte schulscharfe Darstellung der aufgenommenen und abgewiesenen Schüler/innen)?

5. Was plant die Landesregierung, um den durch die Unterrichtsverdichtung in der Sekundarstufe 1 am Gymnasium entstehenden Problemen zu begegnen?


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